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05.09.2017 / Auster

Souverän über die letzte Hürde

Gut vorbereitet und im passenden Outfit ins Vorstellungsgespräch

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BETTINA BRÜDGAM 

Die eine Stunde im Vorstellungsgespräch gibt den Ausschlag, ob es mit der Lehrstelle klappt. Es geht darum, sich gut zu verkaufen. „Das funktioniert nur mit einer planvollen Vorbereitung“, sagt Sandra Schumacher, die Schüler zu Bewerbungsfragen und Berufsfindung berät. Der erste Eindruck entsteht in wenigen Sekunden. „Das Vorstellungsgespräch beginnt, wenn wir den Kandidaten vom Empfang abholen“, sagt Daniela Peeters-Bendix, Ausbildungsleiterin beim Kosmetikhersteller Beiersdorf. Freundliche Umgangsformen und Pünktlichkeit werden als selbstverständlich vorausgesetzt. Am besten einen zeitlichen Puffer für die Anfahrt einplanen. Bei unvorhersehbaren Widrigkeiten, wie dem Ausfall der U-Bahn, sollte man rechtzeitig von unterwegs anrufen.

Im Punker-Style sollte man sich lieber nicht zum Vorstellungsgespräch begeben Chris Porsz/Bav Media
Im Punker-Style sollte man sich lieber nicht zum Vorstellungsgespräch begeben Chris Porsz/Bav Media
Das Outfit zählt ebenfalls. Grelles Make-up und wild frisierte Haare sind tabu, ebenso Miniröcke oder tiefe Ausschnitte. Auch Flipflops, Käppis, Shorts und modisch durchlöcherte Hosen sollten im Schrank bleiben. „Mit ordentlichem Hemd oder Bluse und schlichter Hose oder Rock ist man auf der sicheren Seite“, sagt Peeters-Bendix. „Gern kann der Kandidat den ausgedruckten Lebenslauf mit in das Gespräch nehmen, wenn dies Sicherheit gibt“, sagt Ina Althoff, Personalreferentin Ausbildung bei Jungheinrich. „Oft startet das Gespräch mit einer kurzen Selbstpräsentation“, erklärt Schumacher. Wobei Persönliches beim Gegenüber eher haften bleibt als das dröge Abspulen von Lebenslauf und Hobbys. „Man sollte vorher darüber nachdenken, welche individuellen Facetten man herausstellen möchte“, rät die Expertin.

Manchmal hilft es, vorher ein Feedback von Freunden oder Lehrern einzuholen – und die Selbstpräsentation ein-, zweimal zu üben. „Alle Ausführungen möglichst mit persönlichen Beispielen untermauern“, betont Schumacher. Die Begeisterung für Zahlen etwa mit der Sudoku-Leidenschaft oder das Kommunikationstalent, welches man als Klassensprecher einbringen konnte. Schwächen sind ebenso Thema. „Ungeduldig oder perfektionistisch gehören zu den überstrapazierten Antworten“, sagt Althoff. Spannender fände sie etwa, wenn jemand einräumt, als Langschläfer drei Wecker zu brauchen, um morgens aus den Federn zu kommen. Wer Fehler ehrlich eingesteht, demonstriere zudem Selbstbewusstsein. Das gelte auch bei einer schlechten Note im Zeugnis, so Althoff. Ein abgebrochenes Studium oder eine einjährige Auszeit nach dem Abitur im Idealfall aktiv ansprechen – und unbedingt begründen.

Als Bewerber sollte man zudem erklären können, warum es speziell diese Lehrstelle sein soll. Schlau machen kann man sich auf der Unternehmens-Homepage, bei der Handelskammer, auf Online-Portalen wie Aubi-Plus oder Azubiyo sowie auf Messen zur Berufsorientierung.

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