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25.10.2017 / Martinsgans

Wie die Gans zu ihrem Namen kam

Zu einem knusprigen Gänsebraten gehören oft Rotkohl und Klöße
Zu einem knusprigen Gänsebraten gehören oft Rotkohl und Klöße
Mit dem Martinsgansessen wird traditionell in Deutschland und Österreich die kulinarische Winterzeit eingeleitet. Einer von vielen Legenden nach teilte vor etwa 1600 Jahren ein römischer Soldat an einem kalten Wintertag seinen Mantel mit einem Bettler und rettet ihn so vor dem Tod. Die Rede ist von Sankt Martin, dem späteren Bischof von Tours.

Nach weiteren Erzählungen fühlte Martin sich nicht würdig, das Amt des Bischofs anzutreten. Er wollte nicht im Prunk und Reichtum eines Bischofs leben und versteckte sich im Gänsestall in der Hoffnung, nicht gefunden zu werden. Doch was Martin nicht bedacht hatte, die Gänse sind weit bessere Wachtiere als so mancher Hund, und so schnatterte das liebe Federvieh, um alle Welt vor dem Eindringling im Stall zu warnen.

Martin war fast 30 Jahre lang ein sehr gütiger und geschätzter Bischof. Um seine Person ranken sich noch zahlreiche weitere Legenden. Hätten die Gänse damals gewusst, dass ihre Nachfahren als traditionelles Herbstgericht auf dem Teller landen, sie hätten vielleicht ihre Schnäbel gehalten. Nun brutzelt Jahr für Jahr um den Sankt-Martinstag herum das leckere Geflügel in zahlreichen Grills und Öfen und erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Das Martinsgans-Essen findet traditionell um den 11. November statt. Ob in privater Runde oder als Gänsebratenessen in einem der zahlreichen Gaststätten in unserer Region, das köstliche Geflügel steht im Mittelpunkt. Mit Pflaumen und Äpfeln gefüllt, dazu werden Rotkohl oder Klöße, Esskastanien und geröstete Nüsse gereicht. Die Zubereitung ist vielfältig und bietet für viele Geschmäcker etwas Gutes.

Während sich die Kinder auf den Laternenumzug zum Martinstag freuen, dreht sich bei den Feinschmeckern alles um die Gans. Entscheidend für das Gelingen des Klassikers ist die Qualität der Gänse. Auch heute noch gilt der Gänsebraten als ein Festessen, für das man sich Zeit und Muße nehmen sollte. (cs)

Klassischer Gänsebraten

Zutaten 1 küchenfertige Gans mit etwa 3,5kg, Salz, gemahlener weißer Pfeffer

Füllung 200g Maronen, 2 Äpfel, 2 Zwiebeln, 100g Rosinen, 100g Backpflaumen, Beifuß, Majoran, 1 TL Salz und 50g weiche Butter

Zubereitung Die Gans innen und außen waschen, trocknen, innen und außen mit Salz und Pfeffer würzen. Für die Füllung die geschälten Maronen klein hacken. Die Äpfel und Zwiebel Schälen, zerteilen und würfeln. Rosinen, Backpflaumen, Gewürze, und ein Teelöffel Salz zugeben und alles vermengen. Die Gans füllen und die Bauchhöhle zunähen oder mit Holzspießchen verschließen.

Die Gans mit der weichen Butter bepinseln, anschließend auf ein Rost legen und im vorgeheizten Ofen mit Ober- und Unterhitze bei 160 Grad anbraten. Die Bratzeit beträgt etwa 2,5 Stunden. Die Fleischtemperatur sollte mit einem Bratenthermometer kontrolliert werden. Die Kerntemperatur liegt zwischen 80 Grad besser 90 Grad. Den Bratenfond entfetten und mit dem traditionellen Rotkohl zur Gans reichen.

Rezept von Melanie Richard, Küchenleitung des Jagdschlosses Malepartus

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