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Automobil

Bye bye Parkstress

Mit Automated Valet Parking (AVP) hat Bosch ein fahrerloses System entwickelt, das dem Fahrer mithilfe vernetzter Technik nicht nur die lästige Parkplatzsuche, sondern auch den Parkvorgang abnimmt. Im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart funktioniert das bereits in der Praxis

Mit dem Smartphone kann sich der Kunde via App ein Auto reservieren. Zum Antritt der Fahrt kommt das Fahrzeug selbständig in die Pick-up Area vorgefahren  Foto: Bosch
Mit dem Smartphone kann sich der Kunde via App ein Auto reservieren. Zum Antritt der Fahrt kommt das Fahrzeug selbständig in die Pick-up Area vorgefahren Foto: Bosch
Es war eine Weltpremiere, die da in Juli im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart stattfand. Zum ersten Mal wurde das fahrerlose Parken, das sogenannte Automated Valet Parking, im realen Verkehr gezeigt. Die Pilotlösung von Bosch und Daimler gilt weltweit als die erste infrastrukturgestützte Lösung für einen automatisierten Vorfahr- und Einpark-Service im realen Mischbetrieb. Gäste im Museumsparkhaus können den komfortablen Service ab Anfang 2018 nutzen. Dazu reservieren sie sich zunächst via Smartphone-App beispielsweise einen Leihwagen. Zum Antritt der Fahrt kommt das Fahrzeug selbständig in die Pick-up Area vorgefahren. Die Rückgabe erfolgt genauso bequem, indem der Kunde das Fahrzeug in der Drop-off Area des Parkhauses abstellt und es per Smartphone-App wieder zurückgibt. Vom intelligenten System des Parkhauses erfasst, wird das Auto gestartet und automatisch zu einem zugewiesenen Parkplatz geführt. Der Fahrer ist dann längst von dannen, denn das Manöver muss von ihm nicht überwacht werden.

Bordcomputer des Autos führt Anordnungen der Parkhaus-Sensoren aus

Möglich wird das fahrerlose Parken mithilfe einer intelligenten Parkhaus-Infrastruktur im Zusammenspiel mit einer speziellen Fahrzeugtechnik. Dabei überwachen die installierten Sensoren im Parkhaus den Fahrkorridor und dessen Umfeld und steuern das Fahrzeug. Sie erfassen freie Parklücken sowie Hindernisse auf dem Weg. Per WLAN steuert der Rechner das mit entsprechender Kommunikationssoftware ausgestattete Auto: Er teilt ihm mit, wann es beschleunigen, lenken und bremsen soll. Ist der Fahrweg nicht frei, stoppt er das Auto. In Sekundenbruchteilen kann der Rechner reagieren, wenn etwa ein Mensch plötzlich vor das Auto springt, und eine recht unsanfte Notbremsung auslösen.

„Wir nähern uns dem autonomen Fahren schneller, als viele vermuten. Das fahrerlose Parken im Museum zeigt eindrücklich, wie weit die Technologie bereits ist“, sagte Dr. Michael Hafner, Leiter Automatisiertes Fahren und Aktive Sicherheit in der Mercedes-Benz Cars Entwicklung, bei der Premiere. Und Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control, ergänzte: „Durch den Einsatz intelligenter Parkhausinfrastruktur und ihrer Vernetzung mit Fahrzeugen ist es uns gelungen, das fahrerlose Parken deutlich früher als geplant zu realisieren.“

Derzeit befindet sich das Projekt in der Inbetriebnahmephase. Bevor Anfang nächsten Jahres – als weltweit erste Anwendung – der fahrerlose Kundenbetrieb im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums startet, bedarf es noch der finalen Abnahme durch die Zulassungsbehörde. Ist sie erfolgt, kann jedermann mit einer entsprechend ausgestatteten E-Klasse – in vier bis fünf Modellen soll die Technik zunächst eingebaut werden – das Valet Parken im Stuttgarter Museum nutzen. Potenzial dürfte die neue Technik auf jeden Fall haben: Kunden sparen Zeit, Mühe und vermeiden Kratzer und Dellen am Auto. Dieser Aspekt ist nicht unerheblich, denn 40 Prozent aller Pkw-Unfälle mit Sachschaden entstehen beim Einparken. Parkhausbetreiber müssten zwar in die notwendige Infrastruktur investieren, profitieren dann aber davon, dass beim AVP die gesamte Parkfläche effizienter genutzt wird. Bosch hat errechnet, dass 20 Prozent mehr Fahrzeuge auf gleicher Fläche abgestellt werden können. Grund: Die Autos können enger geparkt werden, weil ja niemand mehr ein- und aussteigen muss. mh

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