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Als Tjark Wriedt mit 23 Jahren Beamter auf Lebenszeit wurde, hatte er ein ausgefülltes Leben. Seine Arbeit gefiel ihm und er engagierte sich ehrenamtlich mit großem Einsatz. Doch etwas nagte an ihm, und zwar ein Riesenhunger auf Bildung und Wissen

„In puncto Wissen bin ich eine Raupe Nimmersatt“, so Tjark Wriedt vom Hamburger FOM Hochschulzentrum

In seiner knapp bemessenen Freizeit fotografiert Tjark Wriedt sehr gern

Irgendwann nahm Tjark Wriedt Kontakt zur FOM Hochschule auf. Würden sein erweiterter Realschulabschluss, seine Ausbildung und seine Berufserfahrung reichen, um berufsbegleitend das Fach Steuerrecht zu studieren? „Als die schriftliche Zusage kam, war das fast ein Schock“, erinnert sich Tjark Wriedt heute. Bald darauf saß er jeden Freitagabend und samstags zwischen 8.30 Uhr und 15.30 Uhr im Hörsaal, neben dem Fulltime-Job. „Ein hartes Brett. Insbesondere die ersten Module waren herausfordernd für jemanden, der das Lernen noch einmal neu lernen musste“, erzählt er. In Mathe musste er sich durchbeißen, eine Prüfung bestand er erst im dritten Anlauf. Dass er nicht aufgab, lag auch an seinen Dozenten: „Die haben öfters gesagt: Herr Wriedt, Sie haben mehr drauf, machen Sie weiter!“ Mit Begeisterung stürzte sich der Student also in neue Wissensgebiete, genoss den lebhaften Austausch mit Professoren und Kommilitonen.
 

Grone-Wirtschaftsakademie

Eine Aufstiegsperspektive, die erst der Bachelor-Abschluss möglich macht

„Wenn es um Steuern ging, hieß es oft: Wo ist der Kollege vom Finanzamt, der müsste das wissen!“ Seine Bachelor-Arbeit schrieb er über Grundsteuermodelle und entwickelte dabei einen eigenen Modell-Ansatz. Der Lohn: eine 1,7! Kurz nach dem Studienabschluss im März 2020 ergriff Tjark Wriedt die Chance, sich im Rahmen seiner Beamtenlaufbahn zu einem technischen Dienstleister für Finanzämter und Kommunen abordnen zu lassen. Die neue Aufgabe machte ihm von Anfang an großen Spaß, auch weil er in seinem Studium Erworbenes anwenden konnte, Beispiel Projektmanagement. Mit Jahresbeginn wurde aus der Abordnung ein dauerhafter Wechsel in die Laufbahn der allgemeinen Verwaltung – mit einer Aufstiegsperspektive, die erst der Bachelor-Abschluss möglich gemacht hat. „Insofern hat sich der Bachelor schon mal gelohnt“, bilanziert Tjark Wriedt.

Weil seine akademischen Ambitionen jedoch immer noch nicht gestillt sind, hat er im letzten September am Hamburger FOM Hochschulzentrum ein Master-Studium im Hochschulbereich Wirtschaft und Recht aufgenommen. Er studiert jetzt an drei Tagen in der Woche und arbeitet weiterhin in Vollzeit, nimmt aber jedes Jahr Bildungszeit von einer Woche in Anspruch. Was ihn dazu bringt, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen, weiß Tjark Wriedt genau: „Am Ende der Orientierungsstufe hatte ich eine Hauptschulempfehlung. Das treibt mich bis heute dazu an, herauszufinden, was ich erreichen kann. Aber das Entscheidende ist: Mich interessieren die Studieninhalte einfach so sehr! Was Wissen betrifft, bin ich eine Raupe Nimmersatt.“ Wenn’s mit dem Master gut läuft, könnte er sich sogar vorstellen, noch den Doktor zu machen. Spätestens dann, so hofft er, wird er nie mehr in die Lage kommen, nicht mitreden zu können. 

Studieren ohne Abitur

Rund 64.000 Menschen, so viele wie noch nie, nutzen in Deutschland die Möglichkeit, über ihre beruflichen Qualifikationen an einen Studienplatz zu kommen. Darunter sind zunehmend mehr Frauen. Zu diesem Ergebnis kommen aktuelle Berechnungen des CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Die meisten Erstsemester ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife schreiben sich anteilig in Hamburg, Thüringen und Bremen ein. Die Studienanfänger sind dabei im Schnitt zehn Jahre älter als ihre Kommilitonen mit Abitur.

Freier Zugang zu akademischer Bildung

Die Hamburg Open Online University (HOOU) hat Anfang des Jahres ihr einjähriges Bestehen gefeiert. Ihre zurzeit rund 250 Lernangebote und 200 Stück Lernmaterial decken eine Vielzahl von Themenbereichen ab: von Medizin und Gesundheit über Naturwissenschaften, Technik und Mathematik, Nachhaltigkeit und Interkulturalität bis hin zu Kunst und Gestaltung. Der Aufsichtsrat der HOOU hat sich nun darauf verständigt, die Palette der frei zugänglichen und kostenfreien Angebote der Plattform zu erweitern, um eine noch individuellere Gestaltung von Bildungswegen zu ermöglichen. Damit eröffnet sich (in Zeiten von Corona!) für viele eine große Chance, sich orts- und zeitunabhängig weiterzubilden. Einfach mal reinklicken: www.hoou.de


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