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Handwerk im Norden

Wintergarten – auch im Sommer

Schritt für Schritt zum ganzjährigen „Freisitz“ am Haus

Gemütlicher Wohnraum auch in der Dämmerung. Fotos: Bundesverband Wintergarten e. V.
Gemütlicher Wohnraum auch in der Dämmerung. Fotos: Bundesverband Wintergarten e. V.
Wintergarten – so recht passt der Begriff nicht zu dem, was sich dahinter verbirgt: Weder muss ein Wintergarten ein Garten sein, also zur Aufzucht von Pflanzen dienen, noch ist ein Wintergarten ein reines Wintervergnügen – im Gegenteil. Schließlich ist so ein Bauwerk vielmehr dazu da, ganzjährig und bei jedem Wetter geschützt und doch gefühlt „im Freien“ zu sitzen. Gemeint ist jedoch immer ein Hausanbau mit viel freiem Blick, also großen Glasflächen. Davon, wie ein Wintergarten genutzt werden soll und wie groß er ist, hängt unter anderem der Planungsaufwand ab. Drei bis vier Monate sollte man aber mindestens einrechnen, bis der erste Sessel oder Pflanzkübel aufgestellt werden kann.

Wohnraum, Pflanzenstube oder „Erholungsdomizil“?

Die erste Frage lautet: Wie und von wem soll der Wintergarten genutzt werden? Ist er als Erweiterung des Wohnraums gefragt, kann es sich allein aus Gründen des vergleichsweise hohen Energieverbrauchs in Wintergärten lohnen, alternativ über einen ganz normalen Anbau aus Stein nachzudenken. Dient der Garten nur als geschützte „Erholungsresidenz“ für Mußestunden, sind die Anforderungen bereits ganz andere.
Wer im eigenen Wintergarten von Palmen träumt, muss für entsprechende Temperaturen sorgen.
Wer im eigenen Wintergarten von Palmen träumt, muss für entsprechende Temperaturen sorgen.
Auch grüne Bewohner stellen unterschiedliche Ansprüche: Wer etwa von einem Garten mit tropischen Gewächsen träumt, muss auch für entsprechende Temperatur und Luftfeuchtigkeit sorgen. Nutzung und Energieversorgung entscheiden zudem über die Art der Verbindung zum Haupthaus: Reicht ein leichter Vorhang oder soll es lieber eine stabile Tür sein?

Ausrichtung: Sonnenuntergang oder Frühstück?

Pultdach, Satteldach oder Pyramidendach? Aluminium, Holz, Kunststoff oder Stahl als Rahmenmaterial? Ein Dach aus Glas für den freien Blick in den Himmel oder doch lieber eine Variante aus Holz? Die Material- und Formenvielfalt, die Wintergartenhersteller im Angebot haben, ist riesig. Richtungweisend für die Planung ist neben den „Bewohnern“ vor allem die Architektur des Haupthauses: Am Ende sollte das neue Ensemble stimmig sein.

Ein Anbau ist auch nicht an allen Seiten eines Hauses möglich und sinnvoll – schon allein aufgrund der gewünschten Ausrichtung: Ist es nach Norden hin auch im Sommer angenehm kühl, bietet ein südlicher Wintergarten die meisten Sonnenstunden. Westliche Wintergärten laden zum romantischen Sonnenuntergang ein, östliche eher zum sonnigen Frühstück. Bevor es dann an die Materialbestellung geht, ist noch ein Blick auf die klimatischen Verhältnisse angebracht. So müssen etwa regelmäßig große Schneelasten bei Material und Statik berücksichtigt werden. Auch eine ungewöhnlich hohe Windbelastung kann den Traum vom ganzjährigen Freiluftsitz bei falscher Planung wortwörtlich wegpusten.

Um die Tasse Tee unter Glas am Ende voll genießen zu können, sollten auch Fragen nach Belüftung, Sonnen- und Insektenschutz sowie Pflegeintensität geklärt sein. Aber keine Sorge: Nicht nur Wintergartenanbieter, auch Architekten und Handwerksbetriebe unterstützen bei Planung und Umsetzung. IVo

Baugenehmigung

Je nach Nutzung und Größe muss der Bau eines Wintergartens in Hamburg genehmigt werden. Zuständig sind die Bauprüfdienststellen des jeweiligen Bezirksamtes. Eine Liste der Ansprechpartner ist auf den Seiten der Stadt unter www.hamburg.de/baugenehmigung (Ansprechpartner/ Adressliste) zusammengestellt. Einige Fachbetriebe für Wintergärten bieten ihren Kunden auch an, das Genehmigungsverfahren für sie zu übernehmen.
www.hamburg.de/baugenehmigung

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