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Steigende Preise beim Autokauf wegen Mangel an Halbleitern. Nun kommt Hilfe aus Dresden.

Das lange Warten auf die Neuen

Auf den Audi Q4 e-tron müssen die Kunden bei Neubestellung bis zu 14 Monate warten. FOTO: HERSTELLER

Sie sind winzig, leicht, nicht teuer in der Herstellung – aber unverzichtbar im Automobilbau: Chips als Halbleiter-Trägermaterial, gefertigt aus Silizium, machen jedes Auto klug. Ohne sie läuft nichts. Doch seit Monaten gibt es weltweit große Lieferengpässe. Halbleiter sind im Auto die Träger der Elektronik und Wegbereiter für technologische Innovationen. Allein in einem herkömmlichen Golf stecken mehr als 50 Steuergeräte, bestückt mit bis zu 70 Halbleitern. Durch die fehlenden Chips aber kommt es nun zu Produktionsausfällen bei der Autofertigung. Die Folge: Bis zu 14 Monate müssen die Kunden derzeit warten, bis ihr Neuer ausgeliefert wird. Auch VW-Chef Herbert Diess klagt: „Natürlich sind die momentanen Lieferzeiten zu lang.“ Es werde auch weiterhin eine „gewisse Knappheit“ an Halbleitern geben.

Unangenehmer Nebeneffekt der Chip-Knappheit: Es werden weniger Neuwagen produziert (und verkauft). Die Chip-Knappheit lässt also die Auto-Preise steigen. Der Kreditversicherer Euler Hermes rechnet mit einem Aufschlag von vier bis zehn Prozent. Gleichzeitig werden auch viele Gebrauchtwagen teurer. Ein Ende der Not ist nicht in Sicht: Bei den Autos der Zukunft, die auf Elektroantriebe setzen sollen, wird der Bedarf kräftig steigen. Eine Veranschaulichung: 1998 betrug der Wert der Mikroelektronik in einem Neuwagen 120 Euro. 2023 wird er 700 Euro übertreffen.

Rettung aus der Misere naht aus Dresden. Hier startet derzeit die Chip-Produktion in einem neuen Bosch-Werk. Firmen-Chef Harald Kröger erwartet eine hohe Auslastung: „Halbleiter sind doch im Autobau die Bausteine des Fortschritts.“ Sein neuer Mikrochip verspricht sechs Prozent mehr Reichweite für Elektroautos. Der intelligente Siliziumkarbid-Halbleiter aus Sachsen soll durch bessere Leitfähigkeit wirtschaftlicher arbeiten als die bisherigen dünnen Plättchen aus Asien. Wolfgang Ibel

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