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Einrichten & Wohnen

Kundenbindung in der Krise

Wie Hamburger Möbelanbieter mit dem „Lockdown“ umgegangen sind – und wie sie nun wieder öffnen

Online- und stationärer Handel müssen kein Widerspruch sein. Das ist eine der Lehren aus der Coronakrise. FOTO: ISTOCK
Online- und stationärer Handel müssen kein Widerspruch sein. Das ist eine der Lehren aus der Coronakrise. FOTO: ISTOCK
Stilwerk

Wir sind glücklich, dass wir seit Dienstag die Showrooms unserer Händler wieder öffnen konnten. Und haben die Zeit genutzt, um uns herauszuputzen: Über 1000 Grünpflanzen, die sich über die Galerien ranken, begrüßen unsere Besucher zur „Neueröffnung“. Die Erfahrungen aus der Coronakrise waren am Ende auch wertvoll. Sie zwang die Menschen, sich in den privaten Raum zurückzuziehen. Dieser sogenannte „Cocooning-Effekt“ bewirkt, dass wir uns verstärkt mit den zu Hause vorgefundenen Gegebenheiten auseinandersetzen und nach Wegen suchen, den Wohlfühlfaktor in den eigenen vier Wänden zu steigern.
 
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Davon konnten wir als Möbelhändler profitieren, weil wir uns zuvor auch online sehr gut aufgestellt hatten. So konnten wir die aktuellen Bedürfnisse unserer Kunden punktgenau bedienen – ob sie ein multifunktionales Homeoffice oder eine gemütliche Outdoor-Oase wünschten. Es zeigte uns, dass auch im Premium-Segment ein digitales Schaufenster unerlässlich ist, um über die Krisenzeit hinaus im Gedächtnis der Kunden zu bleiben – also bis sie wieder wie jetzt vor Ort hochwertige Möbel-Investitionen tätigen können. Unser Plattformmodell mit umfangreichem Contentmarketing, dem Stilwerk-Onlineshop und der Anbindung an reichweitenstarke Social-Media-Kanäle wie Facebook half unseren 100 Händlern definitiv auch in der Krise, um im Onlinedschungel sichtbar zu bleiben. Unsere Plattform haben wir kostenfrei für externe lokale Interior-Labels geöffnet, um ihnen in dieser schwierigen Zeit unter die Arme zu greifen.

Sina Morcinek, Marketing Coordinator,
shop.stilwerk.com
 
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Penning Sanitär

Die Coronakrise haben wir genutzt, um unseren Internetauftritt zu optimieren, da wir als Großhändler die Ausstellung für Privatkunden schließen mussten. Aus der Not haben wir dabei eine Tugend gemacht. Bald gibt es einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung. Außerdem haben wir natürlich unsere Kojen online. Selbstredend ist das viel Aufwand, da sich diese ja ständig erneuern. Auf Facebook, Instagram und Pinterest machen wir gleich über mehrere Kanäle auf uns aufmerksam.

Doch ich kenne auch die Nachteile. Während der Einzelberatungen in unserem Geschäft – Termine gibt es nach vorheriger Anmeldung – stellt sich oft heraus, dass Kunden bestimmte Artikel vor Ort nicht mehr leiden mögen, die sie sich online vorher ausgesucht hatten. Der Verkauf läuft also in erster Linie über ein haptisches und visuelles Live-Erleben. So zeigte mir ein anderer Kunde Bad-Darstellungen von Pinterest. Ich sah sofort, dass Fotoshop im Spiel war und an der Realität vorbeigeplant wurde. Die Duschtüren beispielsweise würden sich nicht öffnen lassen, oder die Walk-in-Duschscheiben waren zu kurz bemessen. Um eine reale Planung kommt man also in den meisten Fällen nicht herum. Inwieweit man das alles telefonisch und online machen kann, hängt natürlich auch von der Affinität des Kunden zum Medium Internet ab.

Andreas Bitter, Ausstellungsleitung,
www.penning-sanitaer.de
 
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Die Wäscherei

Die Coronakrise kam über uns, als die Container mit den Neuheiten der letzten Messen angeliefert wurden – also zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Seit Montag ist unser Outlet „New Mexico“ wieder geöffnet, am Dienstag haben wir dann auch einige Bereiche des Möbelhauses zugänglich gemacht. Wir atmen alle auf, denn so konnte es nicht weitergehen. Um Platz für die aktuellen Möbel zu schaffen und gleichzeitig den Verkauf der Ware anzukurbeln, haben wir einen „Sale“ außer der Reihe organisiert, den wir über alle virtuellen Kanäle kommunizieren: Im Shop auf unserer Website, bei Facebook und Instagram. Ohne die Digitalisierung hätten wir keine Chance, unsere Ware zu zeigen und mit unseren Kunden in Kontakt zu bleiben. Die profitieren jetzt von zum Teil enormen Preisnachlässen auf die Ausstellungsstücke und zum Teil auf Outdoormöbel aus der aktuellen Saison.

Ich halte hier mit wenigen Mitarbeitern die Stellung. Wir beraten unsere Kunden telefonisch, zeigen einzelne Möbel via Facetime oder schicken Fotos über WhatsApp. So versuchen wir, aus dieser sehr speziellen, surrealen Situation das Beste machen. Die Mitarbeiter in unserem Bistro bieten, wie viele andere Restaurants auch, einen Mittagstisch für die Büros in der Umgebung an. Die Abholung erfolgt an der Warenausgabe. Not macht erfinderisch.

Michael Eck, Geschäftsführer,
www.die-waescherei.de
 
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Lampen Prediger

Willkommen zurück in unserem Showroom. Doch vielleicht hat uns die Krise nicht so stark getroffen wie andere Einzelhändler. Bei Prediger verbinden wir schon lange die Vorteile des stationären Handels mit einem eigenen, leistungsfähigen Webshop und schaffen so die Grundlage für eine individuelle Kundenbetreuung. In Zeiten von Covid-19 sind wir froh, mit unserer Website bestens aufgestellt zu sein, um auf die herausfordernde Situation reagieren zu können. Neben unserem Onlineshop, der für uns zurzeit bedeutender denn je ist, bietet unsere Website unzählige Inspirations- und Informationsmöglichkeiten – darunter beispielsweise unser Rat gebendes „Lichtjournal“, das Tipps und Tricks zur strategischen Lichtplanung bietet.

Zudem sind unsere Lichtberater – auch wenn die Ladentüren unserer Showrooms geschlossen sind – telefonisch und per E-Mail für die Kunden erreichbar, nehmen Bestellungen entgegen und planen Projekte. Gleiches gilt für unsere Social-Media-Kanäle Facebook, Instagram und Pinterest. Wir stehen mit den Followern in Kontakt und zeigen, dass wir auch immer noch da sind. Das Virus stellt uns alle vor große Herausforderungen – das digitale Schaufenster ist es, das uns trotz der schweren Zeit miteinander vereint.

Sebastian Brink, Geschäftsführer,
www.prediger.de
 
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Betten Remstedt

Wir atmen auf. Seit Montag sind wir wieder für unsere Kunden da. In den Wochen davor, als der gesamte lokale Handel ausgeblendet war, haben wir nur noch versucht, mit allen Mitteln am Markt zu bleiben und zu verkaufen: über Telefon, Mail, Lieferung, Service, egal auf welchem – natürlich erlaubten – Weg. Unser Schaufenster und unsere Website animiert den ein oder anderen Kunden, bei uns anzurufen oder eine Anfrage per E-Mail zu senden. Was uns noch fehlte, ist ein Onlineshop. Den installieren wir gerade. Die Coronakrise hat uns gezeigt, wie wichtig so etwas auch für den lokalen Handel sein kann. Ein Onlineshop kann die die persönliche Beratung und das haptische Erlebnis im Fachgeschäft nicht ersetzen. Beides für uns allerhöchste Priorität. Das Onlinegeschäft erfordert zudem sehr viel Zeit und vor allem finanzielles Investment, wenn es professionell und profitabel sein soll. Wir betrachten den Onlineshop als lokale Begleitung – aber wer weiß, wie sich Dinge entwickeln. Corona zeigt sehr deutlich, dass unsere Welt von heute auf morgen nicht mehr die ist, wie wir sie kannten.

Maik Mechela, Geschäftsführer,
www.betten-remstedt.de

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