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Ski - Das Magazin für alle, die Winterurlaub lieben

Bevor es auf die Piste geht ...

Gutmütige „Genussskier“ und Profitechnik für Amateure: Im Fachhandel warten neue Modelle auf die Kunden. Wer ein paar Regeln beachtet, kann aber auch gutes Material gebraucht kaufen. Unverzichtbar ist Skigymnastik – sogar wer erst kurz vor Reiseantritt damit anfängt, profitiert noch davon

Fotos: Adobe Stock
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Text: Simone Andrea Mayer und Teresa Nauber

Wintersportler werden im Handel oft verwirrt. Die Bandbreite ist inzwischen riesig: Carver, Rocker, Freerider, Racer. Dazu vermischen viele Hersteller zunehmend die Begriffe oder kreieren eigene. „Es gibt keine zu 100 Prozent passenden Bezeichnungen mehr, die Technologien und Shapes vermischen sich zunehmend. Und jede Firma deckt inzwischen jedes Segment ab“, sagt Tobias Streibl, Mitglied im Aufsichtsrat des Deutschen Skilehrerverbands.

Aber es lassen sich dabei zwei große Strömungen ausmachen: zum einen der Rennski mit Profi-Technologie für Amateure. Und zum anderen das, was Andreas König vom Deutschen Skiverband den „Genussski“ nennt.

Der Genussski ist „ein gutmütiger Ski, der Fehler verzeiht, der aber auch sehr gut performt und Tempo möglich macht“, erläutert König. Auch Streibl erkennt die Tendenz zum Genussski: „Es gibt einen Trend zu einem breiteren Ski, der harmonischer und komfortabler ist.“ In die Kategorie fällt zum Beispiel der neue V-Shape des Herstellers Head. Der Allroundski soll sich in jedem Gelände sowie auf präparierten und harten Pisten gut steuern lassen.
  
Diese Art Ski ist den Experten zufolge etwas für alle, die zwar gerne und auch mal schnell, aber nicht besonders ambitioniert fahren wollen – insgesamt also die größte Gruppe Skifahrer. „Die Race-, Slalom- und Sportcarver wird es aber weiterhin geben, sie sind die Flaggschiffe der Industrie. An ihnen werden die Firmen gemessen“, sagt König. Und so gibt es einige Neuvorstellungen in dem Bereich – vor allem Rennski mit Profitechnik für Amateure.

„Es ist vornehmlich ein abgespeckter Rennski mit einer normalen Taillierung“, erläutert Streibl. Bei Völkl nennt sich diese Klasse von Ski zum Beispiel All-Mountain-Race.

Produktmanager Andreas Mann umschreibt die neue Serie Deacon als etwas „für sportliche Pistenskifahrer, die das Vermögen haben, einen Rennski zu kontrollieren“. Rossignol hat mit dem Race-Line Hero einen klassischen Rennski im Programm, der jetzt weiterentwickelt wurde. Blizzard brachte mit dem Firebird eine Neuentwicklung in dem Bereich.

Doch längst nicht alle Wintersportfans decken sich regelmäßig mit dem neuesten Material aus dem Fachhandel ein. Viele leihen Skier für den Urlaub aus oder kaufen gebrauchtes Material. Besonders bei Kindern ist es sinnvoll, eine Skiausrüstung aus zweiter Hand zu kaufen. Die ersten Erfahrungen auf der Piste beschränken sich meist auf einige wenige Skitage. Dazu kommt, dass ein Modell meist nur eine Saison passt.

Basare und Tauschbörsen bieten hier die ideale Möglichkeit, nach gut erhaltenen Gebrauchtartikeln zu stöbern. Doch Achtung: Die Laufflächen und die Kanten müssen kratzer- und beschädigungsfrei sein. Denn auf gut gleitenden Skiern mit ausreichendem Kantengriff fahren auch die Kleinen kräfteschonender und werden mit schnellerem Lernerfolg belohnt. Beachtet werden sollte, dass bereits stark abgeschliffene Kanten mitunter nicht mehr nachgeschliffen werden können.

Bedenklich wird der Secondhandkauf bei zu alten Modellen. Von Ski und insbesondere von Bindungen, die acht bis zehn Jahre auf dem Buckel haben, sollte man die Finger lassen. Vor allem aufgrund der Sicherheit: Denn mit der Zeit entweicht der Weichmacher aus dem Kunststoffgehäuse der Bindung, der Kunststoff wird spröde. Das kann zu einem Gehäusebruch während des Skifahrens führen.

Auch für Erwachsene kann es sinnvoll sein, gebrauchte Skier zu kaufen. Kein Problem gibt es, wenn die Ausrüstung erst ein bis zwei Jahre alt ist. Von älteren Modellen sollte man aber lieber die Finger lassen. Ein Erwachsener beansprucht das Material deutlich mehr als ein Kind, die Ausrüstung ermüdet schneller.

Der Gang zum Sportfachhandel für die Bindungseinstellung und den Skiservice ist schon aus Sicherheitsgründen unerlässlich. Nur die Experten können mit einem elektronischen Prüfgerät kontrollieren, ob die Bindung richtig funktioniert. Außerdem benötigen Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeweils spezielle Bindungen. Nur der Fachhandel kann richtig beurteilen, ob die jeweilige Bindung die passende ist. Nie gebraucht gekauft werden sollte Schutzausrüstung, ob Protektoren oder Skihelme. Diese können immer verborgene Risse aufweisen.

Ebenfalls der Sicherheit dient Skigymnastik. Sie verhindert Verletzungen, und es ist auch kurz vor Reiseantritt noch sinnvoll, damit zu beginnen. Eva-Maria Schmitt, Fachleiterin Fitness & Gesundheitssport an der TU München, empfiehlt für die Ausdauer 20 Minuten joggen oder walken. Dazu kombiniert man Übungen, die den Rumpf stabilisieren und die Muskulatur im Gesäß und in den Beinen trainieren.

Für die Haltekraft empfiehlt der Deutsche Skiverband etwa den Wandsitz. Dazu mit geradem Rücken und im 90-Grad-Winkel mit gebeugten Beinen an eine Wand setzen. Für die Schnellkraft aus der tiefen Hocke Strecksprünge machen. Den ganzen Körper trainiert der Liegestütz. Eine weitere Übung für die Ausdauer ist das gute alte Seilspringen.
  
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