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Die Poppenbütteler Schleuse ist saniert

Alles im Fluss mit den Fischen: Fischaufstiegsanlage an der sanierten Poppenbütteler Schleuse

Die Fischaufstiegsanlage bei der Poppenbütteler Schleuse Foto: BUKEA

Vergangenen Woche wurde die sanierte Poppenbütteler Schleuse mit der neuen Fischaufstiegsanlage und dem erneuerten Wehr, das die Betriebs- und Hochwassersicherheit verbessert, in Betrieb genommen. Die offizielle Eröffnung übernahmen Michael Pollmann, Staatsrat für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, Thomas Ritzenhoff, Bezirksamtsleiter Wandsbek, und Dr. Olaf Müller vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG).

Die auch Fischtreppe genannte Aufstiegsanlage an der Schleuse ist die vierte ihrer Art, die die LSBG bisher errichtet hat. Bereits vorhanden ist eine solche an der Mühlenschleuse, an der Rathausschleuse und an der Fuhlsbütteler Schleuse. Bis 2023/24 sollen zwei weitere an der Mellingburger und an der Wohldorfer Schleuse folgen.

Eine Fischtreppe ermöglicht es den Tieren, flussaufwärts gegen den Strom zu schwimmen, um so in das Quellgebiet eines Flusses zu gelangen und dort zu laichen. In Hamburg besteht das Problem, dass mehrere Schleusen- und Wehrbauwerke den Wasserfluss der Alster auf ihrem Weg von der Quelle bis zur Mündung in die Elbe stauen. Für Fische sind diese Bauwerke kaum zu überwinden. Das Wehr Poppenbütteler Schleuse mit dem angestauten Schleusenteich gehörte bisher zu diesen Hindernissen. Deshalb wurde die neue Fischtreppe dort in das bestehende Umlaufgewässer integriert, sodass die Fische einen Weg um das Wehr herum nutzen können. „Fischtreppen wie hier in Poppenbüttel sind ein konkretes Ergebnis unserer Bestrebungen, die Artenvielfalt in unserer Stadt zu fördern und die Gewässerqualität gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern“, sagte Umweltstaatsrat Pollmann bei der Einweihung der Anlage. „Wo Schleusen und Wehre für lange Zeit Fischen den Weg versperrten, finden die Tiere nun einen Durchgang zu geeigneten Laichgründen. Flussaufwärts am Alsterlauf entsteht so eine neue Kinderstube für Stichling, Meerforelle, Neunauge und viele andere Wasserlebewesen.“

Dr. Olaf Müller verwies auf den Hochwasserabfluss, der auch beim Ausfall einer der zwei Wehrklappen gewährleistet sei, und auf den naturnahen Charakter der Anlage, für die keinerlei Bauprodukte aus Kunststoffen verwendet worden seien. Für den Bau der Fischtreppe und der neuen Wehranlage hatte die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Baumittel in Höhe von 2,3 Millionen Euro bereitgestellt. „Die Kosten für die Baumaßnahme sind übrigens nicht allein den Fischen zuzurechnen“, betonte Bezirksamtsleiter Ritzenhoff. „Sie liegen auch im Erhalt des Schleusenteichs als Erholungsziel begründet und darin, dass wir die Wehranlage zukunftsfit für die Anforderungen des Hochwasserschutzes an der Alster gemacht haben.“ Endgültig abgeschlossen wird das Projekt im Mai mit der Montage des Geländers und dem Rückbau der Bauzäune im Mai.

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