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Das Sasel-Haus in Hamburg: Philharmonie an der Alster


Es war ein Stall, in dem früher 168 Kühe munter muhten. Jetzt heißt der ehemalige Kuhstall Sasel-Haus und ist ein bedeutendes Kulturzentrum der Hansestadt Hamburg. 

Ein Haus, in dem sich ständig neue Türen öffnen für zahlreiche Veranstaltungen. Das Kulturzentrum steht auf dem Gelände des im Jahre 1830 errichteten Saseler Gutshofes, der 1904 vollständig abbrannte. Landwirt Konrad Reuter ließ dort im Jahre 1908 einen modernen Viehstall errichten. Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sollte der baufällig gewordene Bauernhof, der zuvor als Lazarett und als Schule gedient hatte, abgerissen werden.
 

Dagegen wehrten sich die Saseler Vereine. Für ihre Treffen und Veranstaltungen benötigten sie dringend einen festen Treffpunkt. Sie schlossen sich zusammen und gründeten im Jahre 1980 den „Verein Sasel-Haus“. Für die Sanierung des Hauses wurden Gelder beantragt und Spenden gesammelt. Im Jahre 1982 konnte der Verein mit seinem Programm beginnen. So wurde das „Sasel-Haus“ ein beliebter Treffpunkt für viele Menschen aus dem Norden Hamburgs.

Sie kommen zu kulturellen Veranstaltungen, Vorträgen oder zu Kursen. Das Programm ist vielfältig. Neben Sprachkursen und Fitnessprogrammen aller Art gibt es eine Malwerkstatt, Smartphone-Aufbaukurse, Offenes Singen, Workshops zur Whisky-Verkostung und Gedankenaustausch in einem Philosophischen Club. Die Kinder treffen sich in ihrem eigenen Lese-Club. Außerdem ist ein großer Kindergarten dem Haus angeschlossen. Auch in den schwierigen Zeiten der Pandemie hielt das Sasel-Haus-Team den Betrieb aufrecht. Mit viel Umsicht, Einsicht und Verständnis aller Beteiligten wurden in 65 Kursen noch über 600 Teilnehmer betreut.

Bei Musikern beliebt

Stolz aber ist der „Verein Sasel-Haus“ (260 Mitglieder) vor allem auf die vielen prominenten Musikkünstler, die aus allen Teilen der Welt gerne den Weg nach Sasel auf sich nehmen und unter dem großen Dach des Sasel-Hauses Konzerte geben.

Durch die Wölbung der Dachkonstruktion bietet diese Musikhalle in Alsternähe eine großartige Akustik. Neben der großen Elbphilharmonie hat Hamburg dadurch auch eine kleine Alsterphilharmonie. Diese großartige Musikhalle verdankt Sasel dem Bauern Konrad Reuter, der vor 113 Jahren den riesigen Dachboden erbauen ließ, um von dort aus einem riesigen Tank seine Kühe mit Wasser zu versorgen. Dass sein Kuhstall einmal Musiker begeistern würde, hat er damals wohl nicht geahnt.

Vor 30 Jahren

Sasels „Tor zur Klassik“ eröffnete sich vor 30 Jahren. Die Klassikreihe begann am 29. November 1992 mit dem „Concerto Hamburg“. Es spielten die Solisten des NDR. In der Saison 2021/22, die im Herbst beginnt, dürfen sich die Saseler Musikfreunde wieder auf großartige Konzerte freuen. Drei Auftritte, die noch in diesem Jahr im Sasel-Haus, Saseler Parkweg 3, stattfinden:

- Die „Hamburger Camerata“ spielt am 3. Oktober um 18 Uhr Werke von Mozart, Tschaikowsky und neue Arrangements von Peer Baierlein

- Die „Vokalgesellschaft GLAS“ mit Ensemble spielt und erzählt am 24. Oktober, 18 Uhr, die Geschichte von „Aladdins Traum“ nach einem Schauspiel von Adam Oehlenschläger

- Das Kammerensemble der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen spielt am 21. November, 18 Uhr, Stücke von J. Haydn, N. Bacri und G. A. Schneider

www.sasel-haus.de

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