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Themenwelten Bergedorf
Nordheide - April 2018

Zurück in die 50er

Das wiedereröffnete Filmmuseum Bendestorf lässt die Stars einer vergangenen Ära fortleben

Die ehemalige Cutterin Monika Götz an ihrem Arbeitsplatz bei der Jungen Film-Union Fotos: Susanne Laudien
Die ehemalige Cutterin Monika Götz an ihrem Arbeitsplatz bei der Jungen Film-Union Fotos: Susanne Laudien
Zarah Leander, Hildegard Knef, Johannes Heesters, Ruth Leuwerik und viele andere Legenden der Nachkriegszeit gaben sich in den Bendestorfer Filmstudios die Klinke in die Hand. Im Filmmuseum, das sich seit Februar in den Räumen der einstigen Jungen Film Union befindet, werden sie zum Leben erweckt. Von 1947 bis 1952, in der Blütezeit der Filmstudios, wurden in Bendestorf zwanzig Spielfilme gedreht, die dort eindrucksvoll dokumentiert sind.

Monika Götz, Ehrenmitglied des Freundeskreises des Filmmuseums, der sich für den Erhalt der historischen Kulturstätte einsetzt, hat sie alle als Kind bei Filmaufnahmen in Bendestorf kennengelernt – die schüchterne Zarah, die temperamentvolle Marika, die nette Hildegard und andere Berühmtheiten. Mit 17 Jahren machte sie dann in den Filmstudios eine Ausbildung zur Cutterin. Heute führt sie die Besucher durchs Museum und erzählt aus ihren Erinnerungen – auch an internationale Stars wie Anthony Perkins, der seinen Morgenmantel mit einem Einschussloch zurückließ, oder an John Lennon, der bei der unter anderem auch in der Heide gedrehten Anti-Kriegs-Groteske „Wie ich den Krieg gewann“ von 1967 mitspielte.

Blick zurück: Der Film „Die Sünderin“ von 1951 mit Hildegard Knef wurde in Bendestorf produziert
Blick zurück: Der Film „Die Sünderin“ von 1951 mit Hildegard Knef wurde in Bendestorf produziert
Das Filmmuseum Bendestorf zeigt regelmäßig Filme, bei denen auch Regisseure und Schauspieler anwesend sind
Das Filmmuseum Bendestorf zeigt regelmäßig Filme, bei denen auch Regisseure und Schauspieler anwesend sind


Filmpionier der Nachkriegszeit

Erinnert wird auch an den 1963 verstorbenen Gründer der Filmstudios, Rolf Meyer. Sein Leben vom Kriegsflüchtling und armen Berliner Kapellmeister zum Bendestorfer Bürgermeister, Filmproduzenten und Drehbuchautor, der die Stars in den kleinen Heideort holte, schließlich sein schwerer Autounfall, der Konkurs und die Gefängnisstrafe bietet selbst schon Stoff für einen Kinofilm.

Im Filmmuseum wird die Vergangenheit wieder lebendig – auch durch das jeden Donnerstag ab 19 Uhr stattfindende Kino-Programm, bei dem oft Regisseure und Schauspieler anwesend sind (www.film-bendestorf.de). Highlight am 26.4.: „Das Fräulein und der Vagabund“ von 1948, produziert in Bendestorf mit Hardy Krüger und Friedel Rostock, der einstigen Lebensgefährtin von Rolf Meyer. Sie wird zur Vorstellung erwartet. sl

Das Filmmuseum Bendestorf, Am Schierenberg 2, hat donnerstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet
www.film-bendestorf.de
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