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50 Jahre Norderstedt

Jungheinrich Norderstedt: Revolution im Staplerbau

Jungheinrich entwickelt in Norderstedt modernste Elektrofahrzeuge

Die mit Lithium-Ionen-Technologie ausgestatteten Lagerfahrzeuge wie der Schubmaststapler bringen neue Kraft in die Lagerlogistik. 
Die mit Lithium-Ionen-Technologie ausgestatteten Lagerfahrzeuge wie der Schubmaststapler bringen neue Kraft in die Lagerlogistik. 
Etwa 650 junge Menschen sind bei Jungheinrich im Werk Norderstedt seit dem Start vor gut 50 Jahren ausgebildet worden. Mehr als jede:r Zweite ist heute dort beschäftigt.

Auch ein junger Mann namens Nils Sander beginnt Ende der 80er-Jahre seine Lehre als Industriemechaniker bei Jungheinrich in Norderstedt. Heute ist er der Chef der Produktion in dem Werk mit seiner rund 1500-köpfigen Belegschaft und ist stolz darauf, was seine Teams im größten Werk des Konzerns leisten.

Nils Sander ist genauso alt wie die Stadt Norderstedt. Er wächst in der kleinen Gemeinde Kisdorf ganz in der Nähe auf. Nach der Ausbildung studiert er Maschinenbau, jobbt auch in dieser Zeit im Betrieb. Danach zieht es ihn in die Welt hinaus, bis er 2014 die Chance erhält, in die Heimat zurückzukehren. „Norderstedt ist ein hervorragender Standort. Dank der Nähe zum Flughafen, zur Autobahn und zum Hafen sind wir sowohl für Mitarbeiter:innen als auch für die Kund:innen ein attraktives Ziel“, sagt Sander.
 
Nils Sander leitet seit 2014 den mittlerweile größten Standort der Jungheinrich-Gruppe in Friedrichsgabe. Fotos: Jungheinrich
Nils Sander leitet seit 2014 den mittlerweile größten Standort der Jungheinrich-Gruppe in Friedrichsgabe. Fotos: Jungheinrich
Bereits seit 2009 wird bei Jungheinrich verstärkt in die Entwicklung moderner Lithium-Ionen-Batterien investiert. Inzwischen haben 98 Prozent aller Fahrzeuge, die das Unternehmen produziert, einen Elektroantrieb. Als Jungheinrich 2018 auf der weltgrößten Branchen-Messe einen Stapler mit integrierter Lithium-Ionen-Batterie vorstellt, gilt das als Revolution in der Lagerlogistik. Die Fahrzeuge sind deutlich kompakter, komfortabler und kräftiger. Sie können schnell geladen werden, ohne die Batterie tauschen zu müssen. „Die Mitbewerber werden nachziehen“, weiß Nils Sander. Doch Jungheinrich eilt voraus und bringt mit einem Hochhubwagen bereits 2019 das zweite Fahrzeug mit dem neuen Batteriekonzept auf den Markt. Für Sander gehört der kurze Weg zwischen Entwickler: innen und Produzent:innen zu den besonderen Stärken des Standortes. Die Kantine gilt für ihn über alle förmlichen Wege hinaus als schnelle Austauschplattform für Informationen.

Revolution im Staplerbau Image 1
Gern nutzen Sander und andere Verantwortliche die direkten Kontakte zu den Wirtschaftsförderern der EGNO sowie zur Verwaltung. Die Mitarbeiter: innen sind bei Stadtläufen und anderen Großveranstaltungen mit ihren gelb leuchtenden Logos unterwegs. Überregional engagiert sich Jungheinrich in der HanseBelt-Initiative für die Verbindung des norddeutschen und skandinavischen Wirtschaftsraums.

Doch die Basis aller Erfolge ist die Ausbildung. Ein Ereignis wird Nils Sander deshalb nie vergessen. „Kurz nachdem ich Werkleiter wurde, durfte ich meinen einstigen Ausbilder in den Ruhestand begleiten. Das war eine große Ehre für mich.“ Wer weiß? Vielleicht beginnt gerade die nächste Karriere eines Auszubildenden, der später hier zum Chef wird. mra

www.50jahrenorderstedt.de  

Beschäftigte und Produkte

Etwa 1500 Mitarbeiter:innen bilden die Stammbelegschaft in der Jungheinrich-Produktionsstätte Norderstedt. Sie arbeiten auf 113.300 Quadratmeter Hallen- und Bürofläche des 214.000 Quadratmeter großen Grundstücks. Weltweit macht der Konzern mit gut 18.000 Mitarbeiter:innen mehr als vier Milliarden Euro Umsatz.

Ausbildung

Das Unternehmen bildet jedes Jahr in Norderstedt 15 junge Industriemechaniker: innen und Mechatroniker:innen direkt und im dualen Studium aus.

Kontakt

Jungheinrich Norderstedt AG & Co. KG
Lawaetzstr. 9-13
22844 Norderstedt
www.jungheinrich.de

Aus der Firmengeschichte

„Friedrichsgabe angelt einen dicken Fisch“ – so betitelt der Heimatspiegel Mitte der 60er-Jahre die Ansiedlung des international agierenden Unternehmens Jungheinrich in der damals noch selbstständigen Gemeinde den Kauf des Grundstücks am Ortsrand.

1953 hatte Dr. Friedrich Jungheinrich seine Maschinenfabrik in Hamburg gegründet und damit begonnen erste batteriebetriebene Hubwagen und Stapler zu bauen. Dank stetigem Wachstum wurde das Betriebsgelände in Hamburg zu klein. 1965 kauft Jungheinrich das Grundstück in Friedrichsgabe. Zwei Jahre später erfolgte dann der Baustart.

In Friedrichsgabe wird schnell aus der von Hamburg ausgesiedelten Werkstatt eine eigene Produktionsstätte. 1967 werden 1929 Hubwagen hergestellt. Dann geht es Schlag auf Schlag: 1973 wird der Nordtrakt ausgebaut, 1984 die modulare Produktion eingeführt, 1985 läuft das 100.000ste Fahrzeug vom Band. Ein Jahr später wird der Südtrakt fertiggestellt. Damit verdoppelt sich die Produktions- und Lagerfläche auf 55.000 Quadratmeter. 1994 wird die neue Versandhalle in Betrieb genommen. Sie bietet auf 1800 Quadratmeter Nutzfläche Platz für 300 Flurförderfahrzeuge.

1995 führt Jungheinrich in Norderstedt das Kantinen-Konzept „gesund & fit“ ein und erarbeitet sich 1998 eine Umweltzertifizierung für die Entwicklung und Produktion. 2002 wird das Ersatzteillager modernisiert.

2003 feiert das Unternehmen den 500.000 in Norderstedt gefertigten Stapler. Drei Jahre danach weihen die Mitarbeiter:innen ein Test- und Entwicklungszentrum ein. 2008 wird der „Brückenschlag“ zwischen neuer Elektronikfertigung und Werk gefeiert, 2010 die neue Pulverlackieranlage gestartet und ein Jahr später die Ausbildungswerkstatt eröffnet. 2015 beginnt bei Jungheinrich die Arbeit im Training Center. Bis zu 5000 Männer und Frauen können jährlich an Fahrzeugen und Regalen aller Jungheinrich-Linien lernen.

Zum 50-jährigen Werksjubiläum 2017 wird im mittlerweile größten Jungheinrich-Werk der einmillionste Stapler produziert.
 
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50 Jahre Norderstedt – 50 Unternehmen. Jeden Montag stellt die EGNO, Entwicklungsgesellschaft Norderstedt, in Zusammenarbeit mit den städtischen Gesellschaften ein Norderstedter Unternehmen vor. Alle Berichte unter: www.egno.de/50
  

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