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Themenwelten Bergedorf
Handwerk im Norden

Planung der Gebäudetechnik mit Virtual Reality

Einrichten und installieren im Gebäude, das noch nicht existiert

Mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille betritt der Benutzer eine animierte Welt, in der er zahlreiche Funktionen – etwa Lichtstimmungen oder Sicherheitssysteme – über Gesten und Berührungen steuern kann. Dies kann in einem noch gar nicht existierenden Gebäude geschehen, um z.B. Funktionen zu testen, oder im realen Zuhause – dort werden die virtuellen Befehle dann in der Wirklichkeit umgesetzt, Foto: ZVEH
Mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille betritt der Benutzer eine animierte Welt, in der er zahlreiche Funktionen – etwa Lichtstimmungen oder Sicherheitssysteme – über Gesten und Berührungen steuern kann. Dies kann in einem noch gar nicht existierenden Gebäude geschehen, um z.B. Funktionen zu testen, oder im realen Zuhause – dort werden die virtuellen Befehle dann in der Wirklichkeit umgesetzt, Foto: ZVEH
Für Bauherren dürfte die Vorstellung ein Traum sein: Obwohl ihr neues Zuhause noch gar nicht gebaut ist, noch kein Stein auf dem anderen liegt, können sie es bereits ausgiebig erkunden, durch die Räume wandeln und dabei wichtige Fragen klären. Wie viele Steckdosen machen Sinn und wo soll das Licht installiert werden? Platziere ich die Waschmaschine im Keller oder doch lieber in der Küchenzeile? Eine schöne Vorstellung, die noch schöner wird, wenn es auch noch möglich wäre, beim Rundgang gleich ins Geschehen eingreifen zu können und die Waschmaschine einfach per Fingertipp an den gewünschten Platz zu stellen. Ja, wenn das möglich wäre, ließen sich bereits im Vorfeld der Bauphase viele Missverständnisse und unliebsame Überraschungen vermeiden. Meist ist es doch so, dass Bauherren zu diesem Zeitpunkt nur eine vage Vorstellung von ihrem künftigen Haus haben.

Mit der VR-Brille die Technik im E-Haus steuern


Das Beste aber ist: Die schöne Vorstellung bleibt nicht länger ein Traum, sondern nimmt bereits reale Gestalt an. Mithilfe einer Virtual-Reality-Brille können sich Planer und künftige Eigentümer schon im Vorfeld durch das Gebäude bewegen, elektrische Anschlüsse planen und Wände verschieben. Das heißt: Anders als beispielsweise im 3D-Kino, wo man ja nur zusieht, kann der Benutzer der VR-Brille mit der digitalen Welt interagieren, also ins Geschehen eingreifen und Dinge verändern. Solche Brillen sind in unterschiedlichen Ausführungen, Qualitäten und Preisklassen erhältlich. Hochwertige Modelle können selbst aufwendige 3DAnwendungen in Echtzeit wiedergeben und vielfältig eingesetzt werden. „Die virtuelle Technik entwickelt sich rasant, bietet Einsatzmöglichkeiten für alle Branchen und wird bereits in drei bis fünf Jahren ein wesentlicher Bestandteil unseres Alltags sein", erklärt Martin Hildebrandt, Präsident des NFE Norddeutscher Fachverband Elektro- und Informationstechnik e.V. Als richtungweisende Organisation macht der NFE diese moderne Technik für die Fachbetriebe der E-Handwerke bereits jetzt erlebbar. Somit ist es möglich, Kundenansprüche frühzeitig zu erfassen und umzusetzen.

Vernetzte Gebäudetechnik im E-Haus


„Virtual Reality wird bereits in drei bis fünf Jahren ein wesentlicher Bestandteil unseres Alltags sein", sagt Martin Hildebrandt, Präsident des NFE Norddeutscher Fachverband Elektro- und Informationstechnik e.V., Foto: NFE
„Virtual Reality wird bereits in drei bis fünf Jahren ein wesentlicher Bestandteil unseres Alltags sein", sagt Martin Hildebrandt, Präsident des NFE Norddeutscher Fachverband Elektro- und Informationstechnik e.V., Foto: NFE
Interessierte Fachbetriebe können heute bereits Möglichkeiten der vernetzten Gebäudetechnik virtuell erleben – und zwar im sogenannten E-Haus. Anhand des 100 Quadratmeter großen – und übrigens ganz realen und begehbaren – Modellhauses, das von über 60 Partnern aus der Elektroindustrie unterstützt wird, demonstriert die Branche bereits seit vielen Jahren, wie intelligent uns vernetzte Gebäudetechnik das Leben erleichtert. Mit der VR-Brille kann das E-Haus nun auch digital erkundet werden. Per virtuellen Fingertipp können Lichtquellen eingebaut, Küchenschränke abgesenkt und ganze Installationen nach individuellen Ansprüchen geplant werden, um den Komfort der Bewohner zu erhöhen.

„Das jetzt durch die VR-Brille digital erlebbare E-Haus demonstriert in beeindruckender Weise, wie die elektro- und informationstechnischen Handwerke innovative und nachhaltige Alltagslösungen für ihre Kunden umsetzen können“, so Hildebrandt.

Virtual Reality ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des E-Handwerks. Dieses Gewerk hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nachhaltig gewandelt: Heute verlegt der Elektriker nicht mehr nur Leitungen und Kabel. Zunehmend wird auch sein Fachwissen in aktueller Technik, intelligenter Gebäudesteuerung und –vernetzung sowie im Energiemanagement benötigt. Denn immer mehr Bereiche im Wohnumfeld werden über elektrische Funktionen gesteuert. Die VR-Brille und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten veranschaulichen dies eindrucksvoll. mh

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Waren die virtuellen Welten bisher vor allem für Fans von Filmen und Computerspielen interessant, eröffnen sie nun auch im Handwerk ganz neue Möglichkeiten. Bauhandwerker können zum Beispiel gemeinsam mit Kollegen eine virtuelle Begehung der Baustelle vornehmen und Tischler ihren Kunden Möbel in 360-Grad im Online-Shop präsentieren. Auch die Ausbildung dürfte Virtual Reality nachhaltig verändern. So könnte beispielsweise der Maler- Azubi statt den Arbeitskittel überzustreifen und die Schutzmaske anzulegen künftig einfach seine VR-Brille aufsetzen. Im Nu befindet er sich in seiner virtuellen Lackierkabine und kann das Werkstück bearbeiten – natürlich ganz ohne reale Farbe und Materialien, aber mit einer echten Lackierpistole, die als Eingabegerät dient. In der Brille wird anhand von farbigen Markierungen dargestellt, ob beim Lackieren Geschwindigkeit, Distanz und Winkel stimmen und ein optimales Arbeitsergebnis erzielt werden kann. Die spätere Analyse der VR-Software deckt Fehler genau auf und zeigt, an welchen Stellen des Werkstücks zu viel oder zu wenig Farbe aufgetragen wurde. Weiterer Vorteil: Die Azubis können sich in der virtuellen Lackierkabine austoben, ohne den Verbrauch von Farbe im Blick behalten zu müssen. Zudem können sie die Werkstücke beliebig oft bearbeiten, bevor sie sich an den echten Arbeitsauftrag heranwagen.

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