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Den Rasen jetzt für den bevorstehenden Winter fit machen

Für den Rasen gehört die herbstliche Düngergabe zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen des Jahres

Waren die letzten Sommer deutlich zu trocken, konnte man sich in diesem Jahr in den meisten Regionen Deutschlands nicht über mangelnden Regen beklagen. Auch die Rekordtemperaturen der jüngeren Vergangenheit wurden bei weitem nicht erreicht. Einigen Gartenbesitzer mag es missfallen haben, wenn wieder einmal ein Grillabend wortwörtlich ins Wasser fiel – der Flora tat das Wetter aber sichtlich gut. Es blühte und wuchs, wie lange nicht mehr. Zeigten sich beispielsweise viele Rasenflächen in den letzten Jahren bereits ab Mitte des Sommers eher strohgelb bis braun, so sind die meisten jetzt immer noch sattgrün. Das heißt aber nicht, dass die Graspflanzen in diesem Herbst keine Pflege benötigen. Damit sie gut durch den Winter kommen, sollte man ihnen auch in diesem Jahr etwas Aufmerksamkeit schenken. Während bei einigen Maßnahmen von Fall zu Fall entschieden werden muss, ob sie notwendig sind, gelten andere als unerlässlich:

Vertikutieren

Vertikutieren ist eine Gartenarbeit, die üblicherweise im Frühling durchgeführt wird. „Ist man Anfang des Jahres aber nicht dazu gekommen oder hat sich durch die feuchte Witterung der letzten Monate vermehrt sogenannter Rasenfilz gebildet und Moos stark ausgebreitet, kann man bis Ende Oktober noch einmal aktiv werden“, erläutert Ludwig Eberspächer, Gartenbauingenieur beim Düngerspezialisten Hauert Manna. „Dafür wird zuerst gemäht und dann die Fläche kreuzweise mit dem Vertikutierer bearbeitet. Die leichten Schnitte, die das Gerät in die Grasnarbe setzt, lösen Verdickungen und Verfilzungen. Das wirkt wie eine Verjüngungskur für den Rasen. Unkraut und Moos werden gründlich beseitigt, so dass sie sich über den Winter nicht weiter vermehren können. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das gelöste Pflanzenmaterial auch sorgfältig von der Fläche entfernt wird.

Nachsaat

Für die Ausbesserung kahler Rasenstellen ist der Herbst die ideale Zeit. Der Boden ist zwar noch warm, die Sonne scheint aber nicht mehr so stark, sodass die oberen Erdschichten tagsüber nicht komplett austrocknen. „Bei der Nachsaatmischung sollte man nicht sparen, sondern besser zu qualitativ hochwertigen Angeboten greifen“, sagt Eberspächer. „Ich empfehle natürlich unsere ‚Manna Rasen Nachsaat‘. Vor dem Ausbringen wird die Erde an den betroffenen Bereichen leicht aufgelockert. 15 bis 30 Gramm Rasensamen pro Quadratmeter reichen aus. Durch leichtes Anwalzen kann der nötige Bodenkontakt der Samen verbessert werden. Um sicherzugehen, dass sie gut keimen und anwachsen, sollten die Stellen anschließend etwa vier Wochen lang feucht gehalten werden. So schließen sich die Lücken in der Grasnarbe schnell.“

Düngen

Für den Rasen gehört die Herbstliche Düngergabe zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen des Jahres. Aber aufgepasst: In seiner Zusammensetzung sollte sich das Produkt deutlich von den Frühjahrs- und Sommerdüngern unterscheiden. Denn wenn es draußen kälter wird, benötigt der Rasen viel weniger Stickstoff, der das Längenwachstum der oberirdischen Pflanzenteile anregt. „Entscheidend ist jetzt, dass neben der Kaliumversorgung auch das Angebot von Phosphat stimmt“, unterstreicht Eberspächer. „Kalium stärkt das Zellgewebe der Gräser und macht sie widerstandsfähiger gegen Wettereinflüsse. Phosphat dagegen fördert ihr Wurzelwachstum und gewährleistet so, dass sie auch in den kalten Monaten gut versorgt sind und ein schönes Grün zeigen.“ Der ‚Manna Rasendünger Herbst und Saat‘ beispielsweise enthält eine Nährstoffkombination, die optimal auf das Ende der Vegetationsperiode abgestimmt ist. Er kann von September bis Anfang November ausgebracht werden. Besonders gleichmäßig lässt sich das staubfreie Granulat mit einem Streuwagen verteilen. Wird bei trockenem Wetter gedüngt, empfiehlt es sich, anschließend zu wässern. Eine besondere Schonung benötigt die Fläche danach übrigens nicht, man kann sie gleich wieder betreten.

Der letzte Schnitt

Mit den sinkenden Temperaturen im Herbst verringert sich zwar das Wachstum der Gräser, trotzdem sollte noch regelmäßig gemäht werden. „Grundsätzlich gilt: Der Rasen wird so lange gekürzt, wie er wächst“, so Eberspächer. „Je nach Wetterlage ist das bis in den Oktober oder sogar November hinein der Fall. Auch für den letzten Schnitt sollte man die gleiche Mäheinstellung wählen, die das ganze Jahr verwendet wurde. Vier bis fünf Zentimeter sind ideal. Denn bleiben die Grashalme im Winter zu lang, bieten sie mehr Angriffsfläche für Frost und werden leicht von Pilzen befallen. Sind sie zu kurz, kann in der lichtarmen Zeit nicht ausreichend Photosynthese stattfinden, diese ist aber wichtig für die Energieversorgung und Kraft der Pflanzen.“ Das Schnittgut sollte anschließend möglichst komplett vom Rasen entfernt werden, da es bei kühlen Temperaturen nicht mehr verrottet und der Boden verschmieren würde.

Laub entfernen

Entdeckt man im Herbst graue bis braune Flecken auf der Rasenfläche, ist die Ursache dafür häufig der sogenannte Schneeschimmel. Es handelt sich dabei um eine Pilzerkrankung, die oft schon ab September auftritt. Der Grund: Die Lebensbedingungen für den Pilz sind jetzt besonders optimal - viel Feuchtigkeit und kühle Temperaturen. „Um den Rasen vor dieser Erkrankung zu bewahren, hilft einerseits die spezielle Herbstdüngung, welche die Halme stärkt und widerstandsfähig macht, andererseits sollte man unbedingt regelmäßig sämtliches Laub von der Fläche nehmen. Denn unter nassen Blättern werden die Gräser nicht gut belüftet und bekommen nur wenig Sonnenlicht. Der Pilz fühlt sich dort dann so richtig wohl“, erklärt der Rasenexperte von Hauert Manna. „Für das Beseitigen der Laubschicht genügt ein einfacher Rechen. Man kann aber auch den Rasenmäher zum Einsatz bringen und die Blätter im Fangkorb sammeln. Sie müssen übrigens nicht entsorgt werden, als Mulch erfüllen sie gute Zwecke in Beeten oder unter Sträuchern.“ kuk/gp

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