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Vorsicht, Zinsfalle!

Bei der Immobilienfinanzierung ist die Höhe der Tilgung jetzt besonders wichtig

Die derzeit historisch niedrigen Kreditzinsen beim Annuitätendarlehen bringen die Gefahr einer steigenden Belastung nach Ablauf der Sollzinsbindung mit sich Foto: fotolia/Harald Richter
Die derzeit historisch niedrigen Kreditzinsen beim Annuitätendarlehen bringen die Gefahr einer steigenden Belastung nach Ablauf der Sollzinsbindung mit sich Foto: fotolia/Harald Richter
Bauherren und Immobilienkäufer profitieren derzeit noch immer von historisch niedrigen Kreditzinsen. Darin liegt bei Annuitätendarlehen aber auch ein Risiko, das vielen nicht bewusst ist. Denn: Je niedriger die Zinsen sind, desto länger dauert bei gleicher Anfangstilgung die Entschuldung, so die LBS.

Wer eine Immobilie finanziert, bezahlt in der Regel eine feste monatliche Rate, mit der neben den fälligen Zinsen auch ein Teil des Kredits zurückgezahlt wird. Das ist die sogenannte Tilgung. Sie wird meist in Prozent der Darlehenssumme angegeben. Was oft nicht beachtet wird: Dieser Prozentsatz bezieht sich auf die anfängliche Tilgung. Mit jeder Rate sinkt aber der Teil der Zahlung, der für die Zinsen aufgebracht wird. Und der Anteil für die Tilgung steigt. Allerdings wirkt sich dieser Effekt bei den zurzeit sehr niedrigen Zinsen viel weniger aus als bei den hohen Zinsen, wie sie in früheren Jahrzehnten verlangt wurden. Die Folge: Darlehensnehmer benötigen bei gleicher prozentualer Anfangstilgung wesentlich mehr Zeit, um schuldenfrei zu werden, und müssen nach Ablauf der Sollzinsbindung für eine höhere Restschuld einen neuen, unter Umständen höheren Zinssatz vereinbaren.
  
Ein Beispiel: Wer ein Darlehen über 200.000 Euro mit einer jährlichen Anfangstilgung von zwei Prozent aufnimmt, benötigt bei einem Zinssatz von 3 Prozent 30 Jahre und sieben Monate, bis er schuldenfrei ist. Bei einem Zinssatz von nur 1,5 Prozent benötigt er bei gleicher Tilgung mehr als 37 Jahre. Da bei niedrigeren Zinsen die monatliche Belastung deutlich geringer ist, sollte dieser Spielraum für höhere Tilgungssätze genutzt werden, wie die LBS empfiehlt. Nur so wird eine schnelle und günstige Rückzahlung des Darlehens ermöglicht und das Risiko einer steigenden Belastung nach Ablauf der Sollzinsbindung reduziert werden.

Die derzeit historisch niedrigen Zinsen bieten erheblichen Spielraum für höhere Tilgungen: Wer vor zehn Jahren bei einem Zinssatz von 4,5 Prozent ein Darlehen von 200.000 Euro aufgenommen hat, musste allein für die Zinsen im ersten Monat 750 Euro veranschlagen. Bei einem Zinssatz von 1,5 Prozent liegt der Zinsaufwand für denselben Betrag anfangs nur bei 250 Euro.

Grundsätzlich gilt: Je länger eine Immobilienfinanzierung dauert, desto größer wird das Risiko, bei einer Anschlussfinanzierung durch steigende Zinsen unter Druck zu geraten. Deshalb rät die LBS Immobilienfinanzierern dazu, eine möglichst lange Sollzinsbindung zu vereinbaren. Wird dazu noch ein Bausparvertrag in die Finanzierung eingebunden, lassen sich die Zinsen bis zur letzten Rate sichern – unabhängig von der Entwicklung am Kapitalmarkt. So sind Immobilienbesitzer bis zum Schluss auf der sicheren Seite.
  

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